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Volksbund-Großprojekt in Frankreich: Gruftbau wird endlich saniert

Technisches Hilfswerk leistet in Mont-de-Huisnes in Frankreich wertvollen Beitrag

Es ist das mit Abstand größte Sanierungsprojekt seit Jahren beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge: 1,1 Millionen Euro sind allein für das laufende Jahr an Kosten veranschlagt. Der monumentale Gruftbau in Mont-de-Huisnes in der Normandie muss dringend saniert werden. Erste Schritte sind getan.
 

Endlich. Lange hat die Pandemie den Beginn der Arbeiten verzögert. Das flache Dach des Mausoleums ist als erstes dran. Rund 2.000 Quadratmeter groß ist die Fläche, bedeckt mit Erde und Gras.
 

Längst sind Risse entstanden

Feuchtigkeit ist das größte Problem für die Bausubstanz. Längst sind Risse entstanden, die Wasser einlassen. Darum musst die oberste Schicht zuerst abgetragen werden. Bis zu 70 Zentimeter dick ist sie. Das Technische Hilfswerk (THW) aus Ofterdingen leistet dabei Schwerstarbeit.
 

Bundeswehr-Beauftragter als Mittelsmann

Christoph Schwarz, der Bundeswehrbeauftragte des Volksbundes in Baden-Württemberg, hatte die Idee, auch in Mont-de-Huisnes das THW mit ins Boot zu holen. Der Oberstleutnant a.D. stellte den Kontakt zum Ortsverband Ofterdingen her und war 2020 bei den Planungen auf der Kriegsgräberstätte dabei.

Zwei Wochen dauert der engagierte Einsatz mit Menschen und Maschinen. 21 Freiwillige sind dabei und freuen sich über hohen Besuch aus Bonn: THW-Prä­sident Gerd Friedsam besucht die Baustelle.

„Das hat uns rund 200.000 Euro gespart“, sagt Daniela Lehmann, Leiterin des Baureferats. „Geld, das wir für andere dringend anstehende Maßnahmen verwenden können!“
 

Starkes Duo seit langem

Neu ist die Kooperation von Volksbund und THW nicht – im Gegenteil. Viele Jahre begleitete der Ortsverband Ofterdingen schon Jugendgruppen ins Ausland, unter anderem nach Österreich, Polen und in den Kaukasus. Auf die Initiative von Christoph Schwarz gehen Einsätze wie dieser zurück, bei der auch die fachliche Expertise von THW-Mitgliedern gefragt ist. Baufachleute vom Baggerfahrer über den Statiker bis zum Architekten finden sich in den Reihen des Ortsverbandes.

„Die Arbeit auf einer Kriegsgräberstätte hinterlässt Spuren”, sagt Harald Schwertle, Ortsbeauftragter in Ofterdingen. „Bei den meisten steht der Volksbund-Gedanke dahinter – dass wir hier etwas erhalten, was nicht aus dem Gedächtnis verschwinden soll.” Die rege Diskussion darüber, ob angesichts des Krieges in der Ukraine eine Kranzniederlegung zum Abschluss zeitgemäß ist, „zeugt davon, dass die Welt so etwas braucht”, sagt Schwertle.
 

Holz aus Deutschland letzte Lösung

Allerdings zeigt sich bei diesem Einsatz auch, mit welchen Problemen das Baureferat beim Volksbund aktuell zu kämpfen hat: Bauholz war nötig, um den Rundbau abzustützen, sodass das THW auf dem Dach schweres Gerät einsetzen kann.

Doch Holz für diesen Zweck war weit und breit nicht zu haben. Eine Lieferung über Hunderte von Kilometern aus Deutschland rettete schließlich den Einsatz und damit den Sanierungsbeginn. Ein Bagger, zwei Radlader und sechs weitere Baufahrzeuge nahmen die Arbeit auf.

Suche nach Firmen und Material

Ist das Material da, fehlen die Firmen – auch diese Erfahrung macht Daniela Lehmann derzeit an vielen Orten. „Nach Corona arbeiten die Unternehmen ihre vollen Auftragsbücher erst einmal ab“, sagt sie, während sie an den Vorbereitungen für die nächsten Arbeiten sitzt.Die Betonsanierung selbst muss noch warten.

Erst einmal wird der neue Dachaufbau hergestellt, auf dem ein wesentlich niedrigeres, pflegeextensives Gründach vorgesehen ist. Die Planung sieht die Fertigstellung noch in diesem Jahr vor, aber ob die avisierten 1,1 Millionen Euro tatsächlich verbaut werden können, hängt davon ab, ob sich Bieter finden.

Erst muss das Gebäude trocknen

In den kommenden Jahren muss das Gebäude trocknen, erst dann kann die Betonsanierung folgen. Weitere 200.000 Euro etwa wird das Großprojekt den Volksbund in den Folgejahren noch kosten.

Einen ausführlichen Artikel zu den Problemen im Detail und den Vorgesprächen 2020 finden Sie in der Mitgliederzeitschrift FRIEDEN 2-2020 (S. 34-36) in der Mediathek.

Einblick in die Arbeit des Referats Bau geben auch:
ein Artikel in der Arbeitsbilanz 2021 (S. 8/9): „Wanderung auf schmalem Grat“ und
ein aktueller Reisebericht: „Italien: Innenansichten aus dem Referat Bau”

Bei einer Inspektionsreise durch Frankreich besuchte Volksbund-Generalsekretär Dirk Backen 15 Friedhöfe, darunter Mont-de-Huisnes: „Auf den Spuren deutsch-französischen Gedenkens”

 

Hintergrund

Seit 1963 ist der Volksbund für die Kriegsgräberstätte Mont-de-Huisnes verantwortlich. Sie liegt wenige Kilometer vom Mont-Saint-Michel, dem berühmten Wahrzeichen der Normandie, entfernt. In dem runden, zweigeschossigen Bau mit 34 Grufträumen stehen die Sarkophage von 11.956 Toten. 47 Meter ist der Durchmesser des Gebäudes, das zur letzten Ruhestätte für deutsche Soldaten des Zweiten Weltkrieges geworden ist.

Der Volksbund ist ein 1919 gegründeter gemeinnütziger Verein. Seine Arbeit finanziert er vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

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