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Comic-Wettbewerb: Album und Begegnung zum Abschluss

„Sprechblasen der Erinnerung“: Preisträgerinnen und Preisträger treffen sich in Niederbronn-les-Bains

„Ein deutscher Soldat +16.4.1945“ steht auf dem Steinkreuz, wie es auf vielen deutschen Kriegsgräberstätten zu finden ist. So beginnt der Comic von vier Schülerinnen und Schülern aus Vire-Normandie in Frankreich. „Wie habt ihr diesen Zeichenstil entwickelt? Wo habt ihr eure Geschichte recherchiert?“ Fragen wie diese standen im Mittelpunkt, als sich 24 Preisträgerinnen und Preisträger der fünften Runde des Comic-Wettbewerbs in der Jugendbegegnungsstätte des Volksbundes in Niederbronn-les-Bains trafen.
 

„Junge Held:innen, Täter:innen, Opfer? Kinder und Jugendliche im Krieg“ war das Thema des Wettbewerbs 2021/22 in Deutschland, Frankreich und Belgien, an dem sich der Volksbund seit Jahren beteiligt. Im März hatte die Jury das Ergebnis bekannt gegeben, hatten die Jugendlichen von ihrer Auszeichnung und der Fahrt ins Elsass mit Exkursionen erfahren.

 

Kriegsgräber und Gedenkstätte

Die Gruppe erkundete die Kriegsgräberstätte Niederbronn-les-Bains und erforschte in der Jugendbegegnungsstätte die biographische Sammlung. Außerdem besuchte sie die KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof (eine Einrichtung der französischen Partner-Organisation ONACVG) und vertiefte die Einblicke in Lebensgeschichten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Sprachanimationen, ein Spezialitätenabend und ein Spaziergang durchs Europaviertel in Straßburg boten reichlich Gelegenheit zum Kennenlernen und für den Austausch.
 

Drei Geschwister in Berlin – ein Beispiel

In Mittelpunkt aber standen die Comics, die erstmals gedruckt veröffentlicht werden. Viele sind herausragend recherchiert und gezeichnet. Sehr differenziert entwickelte das Quartett aus Vire-Normandie zum Beispiel seine Bildergeschichte über das Schicksal dreier Geschwister aus Berlin während der Nazi-Herrschaft.

Unterschiedlich stark lassen sie sich von der nationalsozialistischen Ideologie beeinflussen und für den Krieg begeistern. Die Fanatisierung in der Hitlerjugend endet für einen Bruder im sowjetischen Granatenhagel auf die Reichshauptstadt mit dem Tod. Auch an ihn erinnert in der Geschichte ein Grab auf einer Kriegsgräberstätte.

Leidenschaft verbindet

Fasziniert schauten sich die Jugendlichen in wechselnden Kleingruppen die Comics der anderen an. Die Leidenschaft für das Zeichen und die Geschichte verbindet über die Sprachgrenzen hinweg. In Deutschland waren vor allem Schülerinnen und Schüler der „Neuen Nikolai-Schule” Leipzig erfolgreich und belegten gleich mehrere der vordersten Plätze (wir berichteten).

Das Album mit den Gewinner-Comics trägt den Titel „Sprechblasen der Erinnerung. Der internationale Comic-Wettbewerb für Jugendliche mit Beiträgen aus Deutschland, Frankreich und Belgien“. Es ist in der Mediathek zu finden und dort auf zu bestellen. Auf mehr als 100 Seiten versammelt das Heft eine Leistungsschau der zurückliegenden Ausschreibung.

 

Album soll Wettbewerb wachsen lassen

Das zweisprachige Album des Volksbunds erfüllt gleich zwei Zwecke: Es ist eine hochwertige Erinnerungsgabe für die Gewinnerinnen und Gewinner und  eine besondere Visitenkarte des Comic-Wettbewerbs für Partner, Lehrkräfte und Bildungsträger – und hoffentlich ein Anreiz, diesen einzigartigen Wettbewerb wachsen zu lassen.

Dank der freundlichen Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks wurden sowohl dieses Album als auch die trinationale Jugendbegegnung im Elsass als Abschluss der fünften Runde Wirklichkeit.

Text: Dr. Vasco Kretschmann
Kontakt

Album in der Mediathek zum Ansehen und zum Bestellen
 

Hintergrund

Der französische Kriegsgräberdienst ONACVG schreibt seit 2011 den Comic-Wettbewerb aus. 2018 – zu 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg – schloss sich der Volksbund an. Seit 2021 ist auch das War Heritage Institute aus Belgien dabei. Alle drei Organisationen bieten den Wettbewerb parallel an und gestalten gemeinsam Start und Ziel.

Thema der laufenden Runde ist „Unsere Straße – Schule – Denkmal. Welche Spuren bleiben vom Krieg?“. Einsendeschluss ist der 28. Februar 2023 (zur Ausschreibung).

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