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Freundschaft als kostbares Geschenk

80 Jahre Invasion auf Kreta: Gedenken auf deutscher Kriegsgräberstätte Maleme mit internationaler Beteiligung

Traditionell steht am Abschluss der Gedenkwoche auf Kreta zum Jahrestag der Invasion 1941 eine große Veranstaltung des Volksbundes auf der deutschen Kriegsgräberstätte Maleme auf dem Programm. Dieses Jahr musste sie coronabedingt ohne Öffentlichkeit stattfinden. Umso schöner, dass am Pfingstsonntag 2021 Vertreter vieler Nationen und Organisationen bei hochsommerlichen Temperaturen auf die ehemalige „Höhe 107“ gekommen waren, um der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu gedenken.

Der Deutsche Botschafter in Athen, Dr. Ernst Reichel, sprach mit Blick auf die Gäste aus Großbritannien, Kanada, Neuseeland, Australien und vor allem Griechenland über den „Angriffskrieg der Deutschen“ und die auf die Invasion folgenden Kriegsverbrechen an der kretischen Bevölkerung: „Es erfüllt uns Deutsche auch heute noch mit Scham und Trauer. Kondomári, Kándanos und Flória – dies sind nur einige Orte des Schreckens und des Leids auf Kreta. Wir werden sie nicht vergessen!“

Vor diesem Hintergrund, so Reichel, sei es ein „kostbares Geschenk“, dass aus ehemaligen Feinden heute Freunde geworden seien und dass Soldaten kameradschaftlich in Einsätzen Seite an Seite stünden. Reichel betonte die Notwendigkeiten solcher Erinnerungstage und -orte, wie der deutsche Soldatenfriedhof Maleme einer ist: „An Orten wie diesen spüren wir die Widersinnigkeit des Krieges und ungezügelter Gewalt.“ Deshalb müssten alle zusammen die Kraft finden, sich für das Gemeinsame einzusetzen und das Trennende zu überwinden (die Rede in voller Länge finden Sie hier).
 

Versöhnung am Pfingstfest

Zuvor hatte Pastor i.R. Helmut Schwalbe von der evangelischen Kirchengemeinde auf der griechischen Insel den Ausdruck der „Schlacht um Kreta“ kritisch betrachtet. Schlacht – dieses Wort drücke große Grausamkeit aus. „Eine Schlacht wird geführt, um willentlich Menschen zu töten“, so Schwalbe. Und gerade die Deutschen hätten auf Kreta „unendlich viel Leid ausgelöst“. Mit diesem Blick fühle es sich schrecklich an, ein Deutscher zu sein: „Deshalb haben wir die Aufgabe, Frieden und Versöhnung zu stiften.“

Der Pastor richtete seinen Blick auch auf das Pfingstfest, an dem Menschen aus verschiedenen Orten mit einer Sprache sprechen würden. Er rief dazu auf, sich so gut zu verstehen, „dass es solche Schlachten wie auf Kreta nie wieder gibt.“

Im Anschluss legten die Botschafter Großbritanniens, Kanadas, Neuseelands, Australiens und Deutschlands Kränze nieder. Dasselbe taten auch Abgeordnete des hellenischen Parlaments und Vertreter der Städte und Regionen Kretas, der griechischen Streitkräfte, des Bundes Deutscher Fallschirmjäger und des Volksbundes.
 

Neugierig auf die neue Ausstellung

Zwei, die gerne an der Zeremonie teilgenommen hätten, sind Jutta und Martin Notz von der Schwäbischen Alb. Seit 27 Jahren kommen die beiden im Mai auf den Soldatenfriedhof Maleme – auch, um das Grab eines nahen Verwandten zu besuchen. Martin Notz, ehemaliger Fallschirmjäger und aktiv im Volksbund, bedauerte es, dass sie das Gelände in diesem Jahr erst nach dem Ende der Veranstaltung betreten durften.

Aber Corona mache alles schwieriger – dafür hatten die beiden Verständnis. Im kommenden Jahr aber wollen sie auf jeden Fall wieder dabei sein. Oder auch schon im Herbst, wenn die neu konzipierte Dauerausstellung des Volksbundes öffnet. Corinna Kuhr-Korolev, die sie mit konzipiert hat, legte jedenfalls schon die erste Broschüre aus, die in drei Sprachen für die Ausstellung wirbt und neugierig macht. Von Spätsommer an werden alle Kreta-Reisenden sie besuchen können.

Zur Gedenkwoche auf Kreta zum 80. Jahrestag der Invasion gehörten auch Veranstaltungen der Griechen und ihrer ehemaligen Verbündeten aus Großbritannien, Australien und Neuseeland, an denen der Volksbund teilnahm. Zum Auftakt am 20. Mai 2021 hatte er im Rahmen seiner Reihe "Erinnerungskulturen im Gespräch" zu einer international besetzten Podiumsdiskussion eingeladen.

Der Volksbund ist...

ein mehr als 100 Jahre alter, gemeinnütziger Verein, der seine Arbeit vor allem aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert.

Harald John Abteilungsleiter Öffentlichkeitsarbeit

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