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„Wald der Erinnerung“: ehrendes Gedenken mit Veteranen

Generalsekretär Dirk Backen legt Kranz für Einsatztote der Bundeswehr nieder

Ein gutes Dutzend Kränze erinnert in Schwielowsee bei Potsdam an diejenigen, die bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr ums Leben gekommen sind. „Es ist kein privater Tod, es ist ein öffentlicher Tod“, sagt Dirk Backen, Generalsekretär des Volksbundes. Mehr als 100 Menschen zollen denen Anerkennung  und Respekt, die in Ausübung ihrer Pflicht für die Demokratie in den vergangenen 30 Jahren den Tod fanden.
 

Die Gruppe, die sich am Samstag, 28. Mai, am Tor der Henning-von-Tresckow-Kaserne versammelt hat, könnte nicht heterogener sein. Es sind ehemalige und jetzige Abgeordnete des Deutschen Bundestages, Soldaten in Uniform, Reservisten, Veteranen mit und ohne Motorradkleidung sowie Familienangehörige, die an diesem Tag im „Wald der Erinnerung“ zusammenkommen. Diese bundeswehreigene Gedenkstätte beherbergt die Ehrenmäler aus den verschiedenen Auslandseinsätzen der vergangenen drei Jahrzehnte.
 

„Stärkste Triebfeder heute“

Dirk Backen hat während seiner aktiven Dienstzeit selbst an mehreren Auslandseinsätzen teilgenommen und vertritt an diesem Tag die Kriegsgräberfürsorge.  „Der Wunsch, dass auch die Einsatztoten unserer Tage nicht vergessen werden, ist wohl die stärkste Triebfeder derer, die heute hier sind", sagt er.

Unter ihnen ist auch der ehemalige Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus. Er erinnert sich an jeden einzelnen Namen der Verstorbenen während seiner Amtszeit 2010 bis 2015. Bewegt blickt er auf die Gedenktafeln auf den Mauern und Steinen, die vormals auf dem Balkan oder auch in Afghanistan gestanden haben und nach dem Ende der Einsätze an diesen Ort bei Potsdam gebracht wurden.
 

Ein Brief, in Folie eingeschweißt

An den Bäumen im „Wald der Erinnerung“ haben Familienangehörige und Kameraden persönliche Erinnerungsstücke an die Toten angebracht. Ein in Folie eingeschweißter Brief einer hinterbliebenen Tochter etwa lässt jeden, der ihn liest, nachdenklich und traurig verstummen. Die Gruppe versammelt sich nach einem schweigsamen Anmarsch an einem kleinen Schutzbau am Rande des Geländes, an dem traditionell die Kränze an dieser Stätte niedergelegt werden. Heute stehen sie schon vorbereitet auf eisernen Ständern – es ist ein gutes Dutzend.
 

Kein übertriebenes Pathos


Ein Pfarrer leitet die kleine Zeremonie mit einem Vaterunser ein. Dann folgt ein einfühlsam vorgetragenes Lied einer jungen Sängerin. Danach treten die verschiedenen Abordnungen vor, richten die Schleifen und halten inne. Pascal Kober, Bundestagsabgeordneter, ist heute in Uniform erschienen und vertritt als Vizepräsident den Verband der Reservisten der Bundeswehr. Er erhebt die Hand zum militärischen Gruß und gedenkt aller in den Auslandseinsätzen umgekommen Soldatinnen und Soldaten.

Kein übertriebenes Pathos, keine naive Heldenverehrung, aber Haltung und Botschaft des ehemaligen Militärpfarrers drücken das aus, was heute alle fühlen: Anerkennung und Respekt. „Sie starben in einer Uniform in Ausübung ihrer Pflicht, die für Einigkeit und Recht und Freiheit steht," fügt der Generalsekretär hinzu und unterstreicht, dass diese Form des ehrenden Gedenkens auch beim Volksbund ihren berechtigten Platz hat.
 

Gedenken in Heimatgemeinden

An den Ehrengräbern der Bundeswehr – zumeist in den Heimatgemeinden der Familien – ist der Volksbund in Abstimmung mit den Hinterbliebenen an den besonderen Tagen des Gedenkens mit präsent. „Diese Form des Zuspruchs wird geschätzt“, sagt Dirk Backen. „Sie spendet Trost und die Zuversicht, dass der Tod des Angehörigen nicht vergessen wird.“

Eingeladen zur Veranstaltung hatte zum sechsten Mal der Bund Deutscher Einsatzveteranen mit Oberstleutnant a.D. Bernhard Drescher (Vorsitzender) an der Spitze. Backen und Drescher kennen sich schon lange. Beim Abschied umarmen sich beide. Dieser Tag hat beide sichtlich berührt.
 

Ja zu gesellschaftlicher Anerkennung

Später am Tage folgt noch ein Wertemanifest, initiiert vom Bund Deutscher Einsatzveteranen, das allen Einsatzkräften seinen Tribut zollt. In dieser Frage sind sich Drescher und Backen einig: „Die gesellschaftliche Anerkennung für diejenigen, die in einer engen Treupflicht für die Gemeinschaft stehen und darin zu Schaden kommen können, ist in Deutschland jederzeit förderungswürdig“, sagen sie.  

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